St-Wendelin Kapelle Niedernzell
Alljährlich findet in Niedernzell der St. Wendelinusritt statt, dessen Ausgangspunkt die Kapelle ist.
Der Wendelinusritt ist in ganz Oberschwaben und darüber hinaus bekannt. Das Ziel für die Reiterprozession ist die Kapelle St. Wendelin in Niedernzell bei Gutenzell-Hürbel.
Wann genau Niedernzell als Siedlung entstand, ist unbekannt. Doch es beherbergte eine Burg, die in Verbindung zum Damenstift Gutenzell stand. Des Weiteren stand in der Nähe beim Ilgenweiher eine Burg, die ebenfalls eine Verbindung zu Niedernzell aufweist.
Urkundlich taucht Niedernzell im Jahr 1449 als Nydernzelle auf. Die Siedlungsdichte zu der Zeit war mit einem Hof relativ gering. Im Laufe der Jahrhunderte steigerte sich die Bevölkerungsanzahl, sodass 1701 schon vier Höfe mit Leibeigenen existierten.
Die Grundherrschaft hatte die Landvogtei Schwaben inne, die die Hohe Gerichtsbarkeit samt Blutbann an das Kloster Gutenzell übertrug, welche damit die Herrschaft ausübten. 1806 ging Niedernzell an das Königreich Württemberg.
Auf Anweisung des Klosters Gutenzell, dem Maria Bernarda von Donnersberg vorstand, wurde die Kapelle 1746 fertiggestellt und geweiht. Das halbrund geschlossene Gotteshaus ist ein einschiffiger Bau mit einem Dreiachtelchorschluss. Im Stil des Barocks ist das achteckige Eingangstürmchen mit einer Zwiebelhaube versehen. Darunter befindet sich das Geläut. Im Inneren der Kapelle befindet sich der große Altar, die die heilige Familie samt Engel und barocken Putten zeigt.
Wegen Wasserschäden muss die Kapelle in den letzten Jahren immer wieder getrocknet werden.
Jedes Jahr, am dritten Sonntag im September, startet der Gutenzeller Wendelinusritts als Reiterprozession in Gutenzell und endet an der Wendelinuskapelle in Niedernzell. Der Brauch wurde 1947 wieder eingeführt, nachdem der ehemalige Ortspfarrer von Gutenzell, Erwin Sonntag, eine Wendelinusreliquie aus St. Wendelin mitbrachte.
Mit rund 800 Reitern in fast 30 Gruppen, zahlreichen Musikkapellen und Gläubigen ist es die drittgrößte Reiterprozession in Oberschwaben – nach dem Blutritt in Weingarten und in Bad Wurzach. Die Prozession zu Ehren des Schutzpatrons der Hirten und Landwirte, St. Wendelin, dient der Weihung der Felder.
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